HALLE ZEHN im neuen städtebalichen Zusammenhang. Die Durchdringung von Alt und Neu erzeugt ein differenziertes und spannendes Bild, das die Identität des Ortes stärkt. Unterschiedliche Wohnformen und ein Kunstort
würden ein lebendiges Viertel entstehen lassen. Der Vorschlag folgt der Geometrie des Bebauungsplanes, setzt sich aber über seine homogene Höhenentwicklung hinweg.
CAP Cologne e.V. setzt sich deshalb für einen behutsamen, stufenweisen Abbruch, dem eine sorgfältige Abwägung der Entscheidung vorausgehen sollte. Der Ratsbeschluss vom 28. April 2005 gibt ausdrücklich dem Erhalt der Substanz den Vorrang vor einem Abbruch.
Der Rat der Stadt Köln, die Fachgremien und die politischen Parteien sind nun aufgefordert, die Grundlage für die Integration der HALLE ZEHN in die zukünftige Gestalt des Clouth – Geländes zu legen.

Bild: Luczak Architekten

Zur Vorbereitung des Erbbaurechtsvertrages und des parallel aufzustellenden Businessplans für das Atelier- und Ausstellungshaus HALLE ZEHN
Thesenkatalog
l. Erbbaurechtsvertrag
Unsere Bitte wäre hier, die Zeitdauer mit mindestens der uns bekannten Befristung von 66 Jahren vorzunehmen.
2. Altlastensanierung
In dem Gespräch vom 31. Mai 201 I wurde die Frage der Altlastensanierung Grund und Boden klar in die Verantwortlichkeit - Durchführung und Kostenübernahme - der Stadt Köln zugewiesen, die Gebäudesanierungsüberlegungen dem Erbaurechtsnehmer. Art und Umfang der Sanierungsnotwendigkeiten müssen sicherlich auf gutachtehrlicher
Basis mit der Stadt Köln abgestimmt werden, klar ist jedoch, dass inzwischen die Größenordnung von € 2,5 Mio. Sanierungsbeitrag ist durch die Faktenlage überholt ist und sich deutlich verringert.
3. Erschließungskosten
Die Frage der Erschließungskosten umfasst sicherlich eine Größenordnung, die noch unserer Vorstellung gemäß folgendem Vorschlag aufgefangen werden könnte: Die HALLE ZEHN öffnet sich unter dem Betreiberkonzept CAP Cologne e. V. einer breiteren Öffentlichkeit über den Atelier- und Ausstellungscharakter hinaus. Nach unserer Vorstellung ist die HALLE ZEHN der zentrale Kommunikations-Punkt und damit ein öffentlicher Ort der kulturellen Bildung. Ein so verstandenes Kommunikations-zentrum muss auch für den künftigen Projektentwickler im Rahmen eines integrierten Konzeptes von besonderer Bedeutung und damit etwas wert sein. Diese Werthaltigkeit sollte sich in der Übernahme der anteiligen Erschließungskosten also auch sicherlich der Beteiligung an den Sanierungskosten der HALLE ZEHN ausdrücken. Nach unserer Vorstellung wird dieses Zentrum auch unter ökologischen Gesichtspunkten wie Energieversorgung und Verbrauch beispielhaft sein müssen.
4. Weitere Präsenz HALLE ZEHN
Darüber hinaus würden wir um Berücksichtigung der Präsenz und des weiteren Betriebs von HALLE ZEHN während der aktiven Projektentwicklungsphase des Clouth-Geländes durch eine adäquate Planung und Koordination der Rückbauarbeiten. Einzelheiten technischer als auch ablauforganisatorischer Art müssen weiter abgestimmt werden, allerdings erscheint uns die Überlegung reizvoll, die HALLE ZEHN im Rahmen des Entwicklungsprozesses einer derartig großen stadtteilprägenden Fläche als Informationszentrum während der Bauphase mit Leuchtturmcharakter zu nutzen. Auch dies liegt im Interesse sowohl des Projektentwicklers als auch der Stadt Köln.
5. Einbindung in die weitere Entwicklung
Nach alledem würden wir erneut um die Einbindung von CAP Cologne e. V. in die weitere Entwicklung des Quartiers als auch in die eigentliche Projektarbeit bitten, um so Akzeptanz und Transparenz des weiteren Gestaltungsprozesses gekoppelt mit der Idee eines Informations- und Kommunikationszentrums inmitten der zu gestaltenden Fläche und für den gesamten Stadtteil zu gewährleisten.
6. Kündigungstermin 30. September 2011
Abschließend sei noch einmal an den Kündigungstermin 30. September erinnert. Wir werden die Verwaltung bitten, diesen Termin nicht als unwiderruflichen Fixpunkt bestehen zu lassen, sondern die aufgezeigten Versorgungsalternativen einschließlich
der Leuchtturmprojektion gemeinsam abzustimmen.

110707_338_Weissbuch_WEB.pdf