Franz Clouth gründete die Rheinische Gummiwarenfabrik 1862 als Folge des kolonialen Warenhandels. Denn für die Gummiproduktion wird Kautschuk gebraucht. Die Nachfrage nach dem Werkstoff wuchs ständig. Graf Zeppelin ließ sowohl die Hüllen als auch die Konstruktion für das weltberühmte "Luftschiff von Köln" von Clouth bauen. Der Start des Luftschiffes "Clouth" erfolgte hier auf dem Gelände, und legte zu zu einer wohl abenteuerlichen Landung in Frankfurt an.
Das Werk ist damit aber auch im Rüstungsgeschäft angekommen. Die heißen und kalten Kriege des 20. Jahrhunderts verschafften Clouth ein schnelles Wachstum. Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene lebten und arbeiteten auf dem Gelände während des 2. Weltkrieges. Die rüstungsrelevante Fabrik war mehrmals Ziel der allierten Luftangriffe. Nach dem Wiederaufbau hat sich Clouth zu einem Großunternehmen und Arbeitgeber für mehrere tausend Kölner entwickelt.
1998 wurde Clouth durch die Conti AG übernommen und abgewickelt. Nun befindet sich das Gelände im Besitz der Stadt Köln.

Einen besonderen Reiz des Geländes bildet die homogene Backstein- Industriearchitektur. Die Gebäude repräsentieren den Zeitgeist des ausgehenden 19. und des ganzen 20. Jahrhunderts. Expressionistische Stilelemente mit an die Moderne angelehnten Gebäuden prägen das Bild des Geländes. Die solide Bauweise lässt noch heute einen relativ unversehrten Blick auf die geschichtliche Entwicklung des Unternehmens zu. Zahlreiche Filmproduktionen finden hier ihre originale Kulisse.

ast

(Quelle: Wagnis, Arbeit, Erfolg - 100 Jahre Clouth, Herausgegeben von Franz Clouth, Rheinische Gummiwarenfabrik AG, 1962)

DIE GESCHICHTE DES CLOUTHGELÄNDES